Jeanne d’Arc

Entwickler Level-5
Publisher Sony Computer Entertainment
Veröffentlichung August 21, 2007
Plattform PSP
Genre Strategie-Rollenspiel

Was habe ich mich auf dieses Spiel gefreut. Endlich mal ein ernstzunehmendes Spiel für den kleinen Bruder der Playstation und das dazu aus dem Hause Level-5. Als verzweifelter PSP Besitzer hatte man die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass überhaupt mal etwas gutes kommt. Ich bin ein großer Fan der Strategie-Rollenspiele und hatte bis dato auch einige gespielt, wie etwa Final Fantasy Tactics oder Fire Emblem, aber dieses Spiel hat meine Erwartungen sogar übertroffen.

Level-5 macht hier alles richtig. Angefangen von der (bunten *_*) hübschen Grafik, über den Soundtrack bis hin zum Kernstück: dem Gameplay. Über die etwas schwache Story kann man hinwegsehen, wobei diese auch mit ein paar Überraschungen und Wendungen auftrumpfen kann. Das Dorf Domrémy, in dem Jeanne d’Arc aufgewachsen ist, wird von den Engländern überfallen und verbrannt. Durch einen Zufall gerät sie an ein Armband, das Ihr unglaubliche Fähigkeiten verleiht. Im Verlaufe des Spiels lernt sie, geleitet durch die Stimme des Armbandes, mit ihren Fähigkeiten umzugehen und wird aufgefordert, Frankreich vor der Bedrohung Englands zu schützen. Im Verlaufe des Spiels erfährt man, das es insgesamt 5 Armbänder gibt, die in früheren Zeiten gegen die Bedrohung der Dämonen schon zum Einsatz kamen. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Genre typisch wird auf einer in quadrate unterteilten Karte gekämpft, Befehle wie Angriff, Fähigkeiten und Items wollen ausgeführt werden. Auf einer Übersichtskarte wandert man von Schauplatz zu Schauplatz und lässt Raum für optionale Kämpfe in bereits erkämpten Gebieten. Doch worin unterscheidet sich Jeanne d’Arc von anderen Genre Vertretern?

Zum einen basieren die Kämpfe auf einem Schere-Stein-Papier Prinzip, welches, anders als bei Fire Emblem beispielsweise, nicht waffenabhängig ist, sondern auf sogenannte „Phases“ zurückgreift. Jeder Charakter kann mit einer bestimmten Phase (Sol, Luna oder Stella) ausgestattet werden und ist entsprechend stark gegen die Eine oder schwach gegen die Andere. Das Prinzip ist hier genau dem des Waffendreiecks aus Fire Emblem. So kann man den Vorteil einer jeden Klasse nutzen ohne darauf achten zu müssen, ob die entsprechende Klasse mit ausgerüsteter Waffe für das jeweilige Szenario zu gebrauchen ist. Denn jede Klasse kann nur einen bestimmten Typ von Waffe tragen. Stattdessen sollte man darauf achten, das Verhältnis der auf einer Karte einsehbaren, getragenen Phasen zum eigenen Vorteil auszurüsten.

Zum anderen natürlich die Armbänder. Im Verlaufe des Spiels ist es möglich sich einmal (oder mehrmals, wenn man Upgrades für die Armbänder findet) für ein paar Runden pro Kampf in eine Gottheit mit edler Rüstung zu verwandeln. Dabei stehen neue, starke Fähigkeiten zur Verfügung. Der Clou: Neben erhöhten Charakterwerten kann man ein weiteres mal in der selben Runde agieren, sofern man eine gegnerische Einheit zu Fall bringt. So ist es teilweise möglich, die halbe Karte in nur einer Runde leerzuräumen. Allerdings sollte man wie in jedem Strategie-Rollenspiel darauf achten, das es den anderen nicht an Erfahrungspunkten mangelt, nur weil man meint, Rambo spielen zu müssen. ;) Was hier wie ein Überzauber klingt, wird in späteren Missionen aber unabdingbar, da selbst mit den High-Skills eine Einheit nicht ohne weiteres mit einem Schlag zu besiegen ist. Wird ein Team-Mitglied besiegt, ist dieser für den Rest des Kampfes ausser Gefecht gesetzt, steht aber anders als beim Konkurrent Fire Emblem nach dem Kampf wieder zur Verfügung.

Eine andere Besonderheit sind die sammelbaren „Skills“. Jeder besiegte Gegner hinterlässt Skills, wie beispielsweise Schwertangriffe, Zauber oder HP-Steigerungen, die man ausrüsten kann. Im späteren Verlauf ist es möglich zwei Skills zu einem neuen zu Verschmelzen um so noch mächtigere zu erschaffen. Dabei kann nicht jeder jeden Skill ausrüsten, sondern es gibt klassenspezifische Skills, wie beispielsweise neue Schwertangriffe für, na, Schwertkämpfer eben.

Neben der Hauptstory ist es möglich in bereits erkämpften Gebieten zu trainieren oder Skills zu sammeln. Ausserdem gibt es ein paar optionale Stages und eine Arena, in der man kämpfen und Preise gewinnen kann. In jeder Stage kann man zusätzlich noch Schätze auszugraben, die das ein oder andere wertvolle Item beinhaltet. Insgesamt bietet Jeanne d’Arc alles was ein Strategie-Rollenspiel braucht und ist für mich das beste, was es in diesem Genre gibt. Einziges Manko: Die Missionsziele variieren leider sehr spärlich und die Charaktere haben insgesamt wenig Tiefgang.

Pro:

  • hübsche, knallbunte Grafik
  • tolles, tiefgründiges Kampfsystem
  • massenweise ausrüstbare Skills
  • angenehmer, teils epischer Soundtrack
  • einige, gut ausbalancierte Klassen, die die Charakterauswahl schwer macht
  • tolle, gezeichnete Zwischensequenzen
  • optionale Quests wie Training, einer Arena oder Extra-Stages
  • Übersichtskarte mit Stages, Städte und Shops

Kontra:

  • Wenig Abwechslung bei den Missionszielen
  • wenig Tiefgang der Charaktere

Was meint ihr? Gehört Jeanne d’Arc eurer Meinung nach auch auf dem Thron der Strategie-Rollenspiele oder doch eher ein anderer Genre-Vertreter?

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Ein Gedanke zu “Jeanne d’Arc

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